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Tanzwelt Erding

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AKTUELLER LAGEBERICHT ZUR TANZWELT ERDING

– Warum der Wiederaufbau so lange dauert und wie und wann es weitergeht –

Der aktuelle Stand

In den vergangenen Monaten und Jahren wurden wir immer wieder gefragt, wie es mit der Tanzwelt Erding weitergeht, warum die Wiedereröffnung in unseren ursprünglichen Räumlichkeiten am schönen Turm so lange dauert und weshalb der Wiederaufbau nach wie vor nicht abgeschlossen ist.

Da uns Transparenz wichtig ist und viele Gäste, Freunde, Familien und Unterstützer die Entwicklung seit langer Zeit begleiten, möchten wir mit diesem Bericht einmal ausführlich erklären, was seit dem Brandschaden passiert ist, warum die Situation so komplex geworden ist und wie die Reise der Tanzwelt Erding weitergehen wird.

Unser großes Ziel ist nach wie vor klar:
Wir möchten die Tanzwelt wieder in ihren ursprünglichen Räumlichkeiten am schönen Turm eröffnen.


Der Brandschaden – März 2024

Im März 2024 kam es zu einem schweren Brandschaden in den Räumlichkeiten der Tanzwelt Erding. Bis heute konnte die genaue Brandursache nicht abschließend geklärt werden. Es wurde weder ein eindeutiger technischer Hintergrund noch eine sonstige Ursache festgestellt.

Für uns war jedoch sofort klar:
Wir geben nicht auf.

Nur kurze Zeit später wurde ein provisorischer Betrieb aufgebaut, damit unsere Mitglieder, Kinder, Jugendlichen, Paare und Gruppen weiterhin tanzen können und die Tanzschule nicht komplett stillsteht.

Zu Beginn erfolgte dies gemeinsam mit Studio C. Inzwischen konnten wir Studio C auch wieder vollständig als eigenes Produkt zurück ins Haus holen. Dennoch liegt der offizielle Betrieb der ursprünglichen Tanzwelt Erding seit dem Brand faktisch still.


Ein riesiges Dankeschön an unsere Unterstützer

An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bedanken.

Dank Herrn Sellmeier, dem Inhaber des Eggerzentrums, konnten wir in der Sky-Lounge und auch im Erdgeschoss neue Räumlichkeiten beziehen. Ebenso hat die Stadt Erding uns sehr schnell, kooperativ und unbürokratisch unterstützt, damit dort überhaupt wieder Tanzunterricht stattfinden durfte. Das war keinesfalls selbstverständlich.

Gerade in Krisensituationen erkennt man, wer wirklich hilft – und die Stadt Erding hat hier Engagement gezeigt, für das wir wirklich dankbar sind.

Ebenso möchten wir uns bei der Familie Erhardt vom Hotel Henry bedanken, die uns zusätzliche Säle zur Verfügung gestellt hat, damit wir Unterricht auslagern konnten.

Ohne diese Unterstützung wäre ein Weiterbetrieb in den letzten zwei Jahren kaum möglich gewesen.


Warum ist die Situation trotzdem so schwierig?

Trotz aller Unterstützung arbeiten wir aktuell in einem Provisoriumsbetrieb mit mehreren Standorten gleichzeitig. Genau das macht es nahezu unmöglich, die frühere Qualität, Organisation und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Tanzwelt vollständig darzustellen.

Die Tanzwelt war ursprünglich als zusammenhängendes Konzept aufgebaut: mehrere Säle, zentrale Organisation, Gastrobereich, Begegnungsflächen, Technik, Veranstaltungen und kurze Wege. Das alles fehlt aktuell.

Viele Dinge funktionieren zwar improvisiert – aber eben nicht so effizient, wie sie ursprünglich gedacht waren. Unsere alte Leistungsfähigkeit wird erst dann vollständig zurückkehren, wenn wir wieder zuhause im „Turm“ sind.


Warum dauert der Wiederaufbau so lange?

Um das zu verstehen, muss man die rechtliche und versicherungstechnische Situation genauer anschauen.

Bei solchen Schäden unterscheidet man grundsätzlich zwischen dem Gebäude und dem sogenannten Inhalt. Das ist ähnlich wie im privaten Bereich mit einer Hausratsversicherung in einer Mietwohnung.

Hier ein einfaches Beispiel:
Eine Wand gehört dem Vermieter, weil sie zum Gebäude gehört. Die Bilder an der Wand gehören dagegen zum Hausrat beziehungsweise zum Inhalt und damit dem Mieter, weil dieser sie ohne Beschädigung wieder mitnehmen kann, wenn er auszieht.

Im gewerblichen Bereich spricht man statt von Hausrat von „Inhalt“, faktisch ist es aber das Gleiche.

Vereinfacht gesagt gilt: Alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist und nicht entfernt werden kann, ohne es zu beschädigen, gehört zum Gebäude. Dazu zählen beispielsweise Decken, Toilettenanlagen, Trockenbauwände, Brandschutzwände, Türen oder Lüftungsrohre.Dieses ist durch §94 BGB sauber geregelt.

Diese Dinge gehören demnach unserem Vermieter – unabhängig davon, wer sie ursprünglich eingebaut hat. Werden sie dauerhaft mit dem Gebäude verbunden, gehören sie automatisch dem Vermieter.

Uns als Tanzwelt gehören/gehörten dagegen beispielsweise die Theke, Garderoben, Sitzmöbel oder weitere mobile Einrichtungsgegenstände.

Und genau daraus entsteht das große Problem.

Als Mieter können wir nur unseren Inhalt versichern – nicht das Gebäude selbst. Dadurch arbeiten bei einem solchen Schaden automatisch mehrere Versicherungen zusammen: die Inhaltsversicherung der Tanzwelt und die Gebäudeversicherung des Vermieters.

Genau dort beginnen die massiven Verzögerungen.


Die größte Schwierigkeit liegt auf Seiten des Gebäudes

Unsere Inhaltsversicherung hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht, Lösungen zu finden und den versicherbaren Teil des Inhaltsschadens zu regulieren.

Die eigentliche Blockade liegt jedoch seit Beginn auf Seiten des Gebäudes beziehungsweise des Vermieters.

Bis heute – über zwei Jahre nach dem Brand – ist bei sämtlichen Schäden am Gebäude keinerlei Regulierung erfolgt oder eine Zahlung geflossen.

Dabei sprechen wir nicht über kleine Beträge.

Alleine der Rückbau und die Entrümpelung der Gebäudebestandteile lagen bereits bei über 160.000 Euro, die wir privat beziehungsweise unternehmerisch vorstrecken mussten, damit überhaupt irgendetwas weitergeht.

Zusätzlich stehen die eigentlichen Gebäudeschäden im Raum: neue Wände, Decken, Sanitäranlagen, Türen, Trockenbau und viele weitere Punkte.

Hier bewegen sich die ermittelten Schäden in einer Größenordnung von über  400.000 Euro – ohne den Inhalt der Tanzwelt selbst. Es handelt sich schließlich um einen Totalschaden.


Müssen wir weiterhin Miete zahlen?

Viele fragen sich zurecht, warum man überhaupt noch Miete zahlt, wenn die Räume nicht nutzbar sind.

Rechtlich ist die Situation wie folgt:

Zwar ist die Miete nach einem solchen Schaden grundsätzlich vollständig zu mindern und wir können diese zurückfordern, was wir auch tun werden. Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko, dass ein Vermieter bei vollständiger Zahlungseinstellung die Möglichkeit hat, das Mietverhältnis zu kündigen. Da es bekannt ist, dass unser Vermieter uns unter allen Umständen raus haben möchte, geben wir ihm diese Gelgenheit nicht. Denn unser Ziel ist weiterhin die Rückkehr in den Turm.

Deshalb mussten wir seit über zwei Jahren hinweg erhebliche Beträge weiter vorstrecken – inzwischen weit über 140.000 Euro allein im Zusammenhang mit der Mietsituation.


Der Wasserschaden 2019 war nie vollständig abgeschlossen

Einige erinnern sich vielleicht noch an den Wasserschaden von 2019, bei dem unser Vermieter das gleiche Spiel gespielt hat.

Auch damals mussten wir erhebliche Summen selbst vorfinanzieren. Ein großer Teil davon ist bis heute gerichtlich nicht abschließend geklärt. Das Verfahren läuft inzwischen seit über sechs Jahren.

Das bedeutet:

Die Tanzwelt hatte sich wirtschaftlich noch nicht vollständig vom Wasserschaden 2019 erholt, als 2024 der Brandschaden folgte.

Und als wäre das nicht genug gewesen, kam während beziehungsweise kurz nach den Aufräumarbeiten nach dem Brand zusätzlich noch ein weiterer großer Wasserschaden im Mai 2025 hinzu, bei dem das Kellergeschoss erneut massiv unter Wasser stand, während wir in der Wiederaufbauphase waren. Dadurch wurde der Wiederaufbau erneut zurückgeworfen.


Die Realität hinter den Kulissen

Von außen sieht man oft nur die Frage:
„Warum dauert das so lange?“

Was man nicht sieht, sind laufende Gerichtsverfahren, komplizierte Versicherungsabstimmungen, hohe Vorleistungen, massive wirtschaftliche Belastungen, mehrere Standorte gleichzeitig, organisatorische Dauerbelastung und ein Wiederaufbauvolumen, das inzwischen insgesamt deutlich in Richtung 850.000 Euro geht, die zwischen dem Vermieter und uns stehen. Da es aber keine Verhandlungs oder Gesrächsbasis mit dem Vermieter gibt und diese auch von dem nicht gewünscht wird, kämpfen wir uns alleine durch und Klagen und alles ein. Es dauert zwar lange, aber Ende ist die Rechtslage deutlich. 


Warum überhaupt dieser ganze Aufwand?

Weil die Tanzwelt Erding für uns nie einfach nur ein Gewerbebetrieb war..

Die Tanzwelt ist Begegnungsort, Jugendförderung, sozialer Treffpunkt, Hobby, Zuhause, Freundeskreis und für viele Menschen ein wichtiger Teil unseres Alltags geworden.

Gerade deshalb war und ist Aufgeben für uns keine Option.


Wie geht es jetzt weiter?

Unser Ziel bleibt weiterhin die Wiedereröffnung am Turm.

Dafür laufen aktuell weitere Abstimmungen, rechtliche Klärungen, technische Planungen, Versicherungsverhandlungen und Wiederaufbauarbeiten.

Parallel versuchen wir weiterhin, den laufenden Betrieb im Provisorium bestmöglich aufrechtzuerhalten.

Natürlich ist die Situation anstrengend – finanziell, organisatorisch und emotional. Aber wir sehen auch, wie viele Menschen hinter uns stehen und uns unterstützen.

Und genau das gibt uns die Motivation weiterzumachen.


Ein großes Dankeschön

Wir möchten uns bei allen bedanken: bei unseren Gästen, Mitgliedern, Familien, Kindern, Jugendlichen, Mitarbeitern, Unterstützern, Partnern, Freunden und allen Menschen, die uns in dieser Zeit bisher begleitet haben.

Viele haben Verständnis gezeigt, Geduld gehabt und uns gerade in schwierigen Momenten Mut gemacht.

Das vergessen wir nicht.

Die Tanzwelt Erding lebt weiter.

Und wir arbeiten jeden Tag daran, dass sie wieder dorthin zurückkehrt, wo sie hingehört:
an den Turm, mitten nach Erding.

Eure Tanzwelt Erding


Ein persönlicher Absatz von mir als Inhaber –  Chriss Melzer

An dieser Stelle möchte ich auch noch ein paar persönliche Worte ergänzen, die weniger die Tanzwelt selbst betreffen, sondern eher die zwischenmenschliche Situation im Hintergrund.

Die Tanzwelt Erding versteht sich seit vielen Jahren als tänzerisches und kulturelles Zuhause für viele Erdingerinnen und Erdinger. Unser Ziel war und ist es immer, Menschen zusammenzubringen, Bewegung zu fördern und einen Ort zu schaffen, an dem Gemeinschaft, Freude und Kultur gelebt werden können.

Gleichzeitig ist die Fischers Wohltätigkeitsstiftung als Eigentümerin der Räumlichkeiten eine sehr angesehene und wichtige Institution dieser Stadt. Sie ist ohne Zweifel eine tragende Säule Erdings und leistet in vielen Bereichen wertvolle Arbeit.

Und genau deshalb möchte ich eines ganz klar sagen:

Die Tanzwelt Erding und die Fischers Wohltätigkeitsstiftung müssten eigentlich überhaupt keine Probleme miteinander haben. Im Gegenteil – theoretisch gäbe es sogar viele Möglichkeiten, wie sich beide Seiten sinnvoll ergänzen könnten.

Problematisch ist leider vielmehr die persönliche Ebene zwischen mir, Christopher Melzer, als Inhaber der Tanzwelt Erding, und Herrn Matthias Vögele als Geschäftsführer der Fischers Wohltätigkeitsstiftung.

Dabei möchte ich ausdrücklich keinen Schuldigen suchen oder mit dem Finger auf die andere Seite zeigen. Das tun wir untereinander vermutlich ohnehin schon genug.

Ich finde es lediglich sehr schade, dass am Ende Menschen darunter leiden, die mit diesen persönlichen Differenzen eigentlich gar nichts zu tun haben – nämlich unsere Mitglieder, Familien, Kinder und Gäste, die einfach nur wieder tanzen möchten.

Deshalb wünsche ich mir persönlich, dass man das Sachliche künftig stärker vom Zwischenmenschlichen trennt.

Zwischen Herrn Vögele und mir wird es mit Sicherheit keinen persönlichen Frieden mehr geben, keine enge Zusammenarbeit und wahrscheinlich auch kein wirkliches Miteinander. Das ist aber aus meiner Sicht auch gar nicht notwendig.

Was notwendig wäre, ist ein sauberes, professionelles und sachliches Arbeiten an Lösungen – gerne auch über Vermittler, Mediatoren, Anwälte oder andere professionelle Strukturen.

Denn weder die Tanzwelt Erding noch die Fischers Wohltätigkeitsstiftung und schon gar nicht die Erdingerinnen und Erdinger sollten dauerhaft darunter leiden, dass zwei Persönlichkeiten menschlich nicht kompatibel sind.

Mein persönlicher Wunsch ist deshalb ganz einfach:

Dass wir möglichst schnell wieder in einen normalen, professionellen Betrieb zurückkommen – im Interesse aller Menschen, die einfach nur tanzen möchten und sich jeder mit dem nötigen Respekt an seine Verpflichtungen hält.

Christopher Melzer
Tanzwelt Erding

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Am Schönen Turm
Landshuter Str. 9
85435 Erding

tanz@tanzwelt.com

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Unsere Räumlichkeiten in der Landshuter Str. 9 sind aufgrund der aktuellen Gegebenheiten derzeit geschlossen.

Bei Fragen und sonstigen Anliegen wenden Sie sich bitte per E-Mail an uns:
tanz@tanzwelt.com

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